Wimperfledermaus (Myotis emarginatus)

Wimperfledermaus (Myotis emarginatus)

Wimperfledermaus (Myotis emarginatus)

Beschreibung der Art

Die Wimperfledermaus ist eine mittelgroße Fledermausart die von Süd- und Mitteleuropa über das Baltikum bis nach Kleinasien vorkommt. Die Art ist wärmeliebend, als Sommerquartier bevorzugt sie bei uns warme, bisweilen helle Dachböden oder Kirchentürme in denen sie in Gruppen zusammenhängt. Als Winterquartiere werden Höhlen, Stollen und Keller bevorzugt, deren Temperatur nicht unter 6°C fällt. Wimperfledermäuse ernähren sich vor allem von Fluginsekten, die sie entlang von landschaftlichen Leitlinien, wie Baumreihen, erjagen. Bisweilen dehnen sie aber ihre Streifzüge aber auch in Ställe aus, in denen sie geschickt Fliegen und Spinnen von der Decke sammeln.

Situation und Gefährdung im Projektgebiet

In Luxemburg ist die Art sehr selten anzutreffen und wird demnach auch als „vom Aussterben bedroht“ auf der Roten Liste Luxemburgs geführt. Trotzdem kommen in Luxemburg, verglichen mit den klimatisch ähnlichen Nachbarländern Belgien und Deutschland, vergleichsweise viele Kolonien der Wimperfledermaus vor. So wurden insgesamt 8 Sommerkolonien der Art im Großherzogtum entdeckt, während in ganz Deutschland nur 14 Kolonien bekannt sind. Luxemburg hat also eine besondere Verantwortung für den Schutz dieser Art in der gesamten Großregion. 6 Kolonien der Art befinden sich in direkter Umgebung der Natura2000-Gebiete dieses LIFE-Projektes, wobei 4 dieser Kolonien sich mit 12-35 Tieren am kritischen Limit befinden. Vermutungen liegen nahe, dass die ehemaligen Tagebaugebiete im Süden des Landes als Überwinterungsquartiere genutzt werden, Beweise hierfür fehlen jedoch.

Die Jagdgebiete der Wimperfledermaus leiden unter der Intensivierung der Landwirtschaft, die zum Verlust von Strukturelementen führt. Ein großes Problem sind auch neue Viehställe, die meistens Fledermaus-dicht sind und als Nahrunsräume ausfallen. Zudem sind durch Renovierungen von Häusern die Sommerquartiere direkt bedroht. Das Schließen von alten Stollen in den Tagebaugebieten kann zudem zum Verlust von Winterquartieren führen. Die starke geographische Isolation der einzelnen Populationen kann zudem ein Inzuchtproblem darstellen.

Maßnahmen im Projekt

Ankauf von 2 ha Offenland und Pflanzung von Bäumen als landschaftliche Leitelemente und Jagdhabitat. Extensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung. Telemetriestudien und spezielle Fotofallen sollen bisher noch unbekannte Sommer- und Winterquartiere aufdecken.