Baumpieper, Gartenrotschwanz, Heidelerche


Baumpieper (Anthus trivialis)

Der Baumpieper ist eine etwa sperlingsgroße, schlanke Vogelart. Die Oberseite ist gelblich-braun mit schwarzen Längsstreifen. Die Körperunterseite ist rahmfarben bis gelblich gefärbt, wobei die Brust deutlich schwarz gestreift ist. Der unauffällige Vogel fällt oft erst durch seinen lauten und melodischen Gesang auf, der im Singflug vorgetragen wird. Der Langstreckenzieher brütet in weiten Teilen Eurasiens und verbringt den Winter im subsaharischen Afrika und auf dem indischen Subkontinent. Der Baumpieper ist an halboffene Landschaften gebunden, wie Waldränder, Lichtungen und Offenlandflächen mit vereinzeltem Baumbestand. Als Bodenbrüter benötigt der Baumpieper ein Habitat mit einer dichten Krautschicht um sein Nest zu verstecken. Er fehlt daher in intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen.

Baumpieper (Anthus trivialis)

Baumpieper (Anthus trivialis)


Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus)

Der Gartenrotschwanz hat eine ähnliche Größe wie der häufigere Hausrotschwanz. Das Männchen ist sehr auffällig gefärbt: Oberkopf und Rücken sind grau, Gesicht und Kehle schwarz. Ein reinweißer Stirn- und Überaugenstreif zieht sich bis zu den Ohrdecken. Brust und Schwanz sind auffallend orangerot gefärbt. Das Weibchen ist wesentlich unauffälliger gefärbt, kann aber vom ähnlichen Weibchen des Hausrotschwanzes aufgrund seiner rotüberhauchten Brust unterschieden werden. Ähnlich dem Hausrotschwanz fällt die Art durch ihr nervös wirkendes Knicken auf der Singwarte auf. Die Art kommt in weiten Teilen Eurasiens vor und verbringt die Wintermonate als Langstreckenzieher im subsaharischen Afrika und im Süden der arabischen Halbinsel. Als Nahrung dienen vor allem Insekten die am Boden in einer lockeren Kraut- und Strauchschicht gejagt werden. Als Höhlenbrüter ist die Art  auf alte Bäume angewiesen. Dieses Habitat findet sie bei uns vor allem in alten Streuobstwiesen und anderen extensiv genutzten Flächen mit vereinzelten, alten Bäumen.

Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus)

Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus)


Heidelerche (Lullula arborea)

Die Heidelerche ist kleiner als die bekannte Feldlerche. Ihr Federkleid ist oberseitig bräunlich mit beigen und schwarzen Streifen, die Körperseite ist weißlich gefärbt mit beigen und dunklen Streifen auf der Brust. Auffallend sind die Überaugenstreifen, die sich am Hinterkopf vereinen. Kinn- und Bartstreifen sind ebenfalls hell und gut zu erkennen. Wie bei der Feldlerche fällt die Art am ehesten durch ihren charakteristischen Gesang beim Singflug, ein ziemlich lautes Lülülü, auf.  Die Art kommt in großen Teilen Europas bis nach Turkmenistan vor. Die Nord-, Mittel- und Osteuropäischen Tiere sind Kurzstreckenzieher und verbringen die Wintermonate vor allem in Frankreich, auf der Iberischen Halbinsel und im nördlichen Mittelmeerraum. Nahrung sucht die Heidelerche vor allem auf dem Boden mit niedriger Vegetation und lichten Stellen und nutzt vereinzelte Sträucher und Bäume als Sitzwarten. Das Nest wird am Boden in dichter krautiger Vegetation angelegt.

Heidelerche (Lullula arborea)

Heidelerche (Lullula arborea)


Situation und Gefährdung der 3 Arten im Projektgebiet

Die Heidelerche ist nur noch in den Minettegebieten anzutreffen. Die Population wird auf 20-41 Brutpaare geschätzt und die Art auf der Roten Liste Luxemburgs als „stark gefährdet“ eingestuft. Der Baumpieper und Gartenrotschwanz sind noch regelmäßiger im Projektgebiet anzutreffen, wobei auch hier ein Verbreitungsschwerpunkt im Minettegebiet liegt. Beide Arten werden auf der Vorwarnstufe der Roten Liste der Brutvögel Luxemburgs geführt (Stand 2009).

Die Arten sind von der Intensivierung der Landwirtschaft betroffen, insbesondere durch den Verlust von Landschaftsbäumen und Brachstrukturen mit dichter Krautschicht. Ebenso führen Nutzungsaufgabe und anschließende Verbuschung von wirtschaftlich nicht interessanten Flächen zu einem Habitatverlust. Der Gartenrotschwanz ist zusätzlich vom Verschwinden alter Bäumen mit geeigneten Nisthöhlen bedroht.


Maßnahmen im Projekt für die 3 Arten

Ankauf von 3 ha und – falls notwendig – Entbuschung. Extensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung.